Wo kommt Jade vor? Minen und Fundorte von Jade weltweit

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Wo kommt Jade vor? Minen und Fundorte von Jade weltweit

Jade kommt in Dutzenden Ländern vor, Jade in Schmuckqualität aber nur an wenigen Orten: Jadeit vor allem aus der Gegend um Hpakant im Norden Myanmars, Nephrit vor allem aus British Columbia in Kanada, aus Sibirien in Russland und aus dem Nordwesten Chinas. Kleinere Vorkommen gibt es in Guatemala und Japan für Jadeit sowie in Neuseeland, Australien, Südkorea und den USA, vor allem in Wyoming, Alaska, Kalifornien und Washington, für Nephrit. Jedes Stück aus unserem echten Jadeschmuck stammt aus einem von zwei dieser Orte: unser Jadeit aus Hpakant, unser Nephrit aus Xinjiang.

Viele nehmen an, dass Jade aus China kommt. China bearbeitet Jade seit etwa 9.000 Jahren und ist heute der größte Markt für Jade, doch fast diese ganze Geschichte betrifft Nephrit. Jadeit kam erst im 18. Jahrhundert in größeren Mengen aus Birma nach China, und der meiste Jadeit, der in China verkauft wird, stammt bis heute aus Myanmar. Jadeit und Nephrit sind zwei verschiedene Steine, die in unterschiedlichem Gestein entstehen; ihre wichtigsten Vorkommen liegen deshalb meist an verschiedenen Orten, auch wenn einige Länder wie Russland und die USA beide haben.

Wo Jade vorkommt: Land für Land

Myanmar fördert mit großem Abstand den meisten Jadeit, und British Columbia, Sibirien und China liefern den Großteil des weltweiten Nephrits. Über diese Rangfolge hinaus gibt es keine verlässlichen Zahlen. Die vorhandenen Fördermengen stammen aus verschiedenen Jahren und messen Verschiedenes, mal geförderte, mal verkaufte Tonnen, und viele Fördergebiete veröffentlichen gar nichts. Prozentangaben wie „70 Prozent des weltweiten Jadeits“ kursieren im Netz, aber ich habe noch keine gesehen, die sich auf eine echte Messung zurückführen ließ; deshalb lässt die Tabelle sie weg.

Stattdessen zeigt die Tabelle, wo die einzelnen Jadearten vorkommen, welche Farben man von jedem Vorkommen meist sieht und unter welchen Namen Jade aus den einzelnen Herkunftsgebieten im Handel auftaucht. China ist für beide Steine der größte Markt, und im chinesischen Handel wird Material nach Herkunftsnamen sortiert, die in Angeboten auftauchen und dort die Preise bewegen. Was die einzelnen Farben bedeuten und wie sie bewertet werden, ist ein eigenes Thema; das behandelt unser Ratgeber zu den Farben von Jade.

Wo kommt Jade vor: Karte mit Jadeit in Myanmar, Guatemala und Japan und Nephrit in Kanada, Sibirien, China und Neuseeland

Land oder Region

Jade

Wichtigste Gebiete

Farben, die man meist sieht

Name und Rolle im Handel

Myanmar

Jadeit

Hpakant und Tawmaw, Kachin-Staat

Grün in allen Abstufungen, Lavendel, Weiß, Schwarz, Gelb und Rot, dazu ein sanftes, durchscheinendes Blaugrün, das im chinesischen Handel Qingshui heißt (晴水, „Wasser bei klarem Himmel“)

Burmesischer Jadeit, auf Chinesisch 缅甸翡翠 (Feicui ist das chinesische Wort für Jadeit jeder Herkunft)

Guatemala

Jadeit

Tal des Motagua

Grün, Lavendel und Blau

Guatemaltekische Jade; das Blau heißt Olmeken-Blau

Japan

Jadeit

Itoigawa, Präfektur Niigata

Weiß, Grün und Lavendel

Itoigawa-Jade; vor allem ein Stein für die Region und für Sammelnde

Russland

Nephrit; etwas Jadeit

Östlicher Sajan, Witim und Burjatien (Nephrit); Polarural (Jadeit)

Weißer und spinatgrüner Nephrit

Weißes Material heißt russisches Material (俄料), grünes russisches Grün (俄碧); vieles davon wird nach China verkauft

Kasachstan

Jadeit

Itmurundy

Zu selten im Handel, um typische Farben anzugeben

Kommt in Schmuck selten vor; einen gängigen Handelsnamen gibt es nicht

Kanada

Nephrit

Nördliches British Columbia; Yukon

Spinatgrün, oft mit kleinen schwarzen Punkten

Kanadisches Grün (加碧); Kanada ist einer der wichtigsten Lieferanten Chinas

China

Nephrit

Xinjiang (Region Hetian, Qiemo, Yutian), Qinghai; kleinere Vorkommen in Liaoning, Guangxi und Guizhou

Vor allem Weiß und Creme; außerdem Grün, Gelb und Schwarz

Xinjiang-Material (新疆料) und Qinghai-Material (青海料); auf Zertifikaten steht 和田玉, Hetian-Jade

Taiwan

Nephrit

Fengtian, Hualien

Grün

Ein historisches Vorkommen; heute wird kaum noch abgebaut

Südkorea

Nephrit

Chuncheon

Blass und weiß

Koreanisches Material (韩料)

USA

Nephrit; etwas Jadeit in Kalifornien

Wyoming, Alaska, Kalifornien, Washington

Grün bis Schwarz

Vor allem Material für Schleifereien und Sammelnde

Neuseeland

Nephrit

Westküste der Südinsel

Grün

Pounamu, meist Nephrit (der Name umfasst auch Bowenit); ein hochgeschätzter Stein in der Kultur der Māori

Australien

Nephrit

Cowell, Südaustralien, eines der größten bekannten Nephritvorkommen der Welt

Grün bis Schwarz

Angeboten als grüner, schwarzer und hochwertiger schwarzer Nephrit

Europa

Nephrit; Jadeitgestein in den italienischen Alpen

Italien, Schweiz, Polen (Nephrit); Monte Viso und Monte Beigua, Italien (Jadeit)

Grün

Kaum etwas davon gelangt in den heutigen Handel; aus alpinem Jadeit wurden prähistorische Beile gefertigt

Welches Land hat die beste Jade?

Bei Jadeit ist Myanmar die wichtigste Quelle für Spitzenmaterial: Das feinste durchscheinende Grün, das der Handel Imperial nennt, kommt traditionell aus Hpakant. Bei Nephrit hängt die Antwort von der Farbe ab. Auf dem chinesischen Markt steht Xinjiang bei Weiß an erster Stelle, das beste davon aus der Region Hetian und dem Kreis Qiemo, während Kanada und Russland den Großteil des Spinatgrüns liefern.

Das Herkunftsland gibt nur einen ersten Anhaltspunkt, mehr nicht. Ein trübes, rissiges Stück aus Hpakant ist weniger wert als ein reines Stück mit guter Farbe aus einem kleineren Vorkommen; Farbe, Struktur, Transluzenz und Risse entscheiden also weiterhin, was ein bestimmter Stein wert ist. Wie sich die drei bekanntesten Herkunftsgebiete in Farbe, Struktur und Preis unterscheiden, zeigt unser Vergleich von Jade aus Guatemala, Myanmar und Hetian.

Wo kommt Jade in der Natur vor?

Jade kommt in wenigen Gesteinsarten entlang alter Plattengrenzen vor. Jadeit findet sich in Serpentinitkörpern, die aus tiefen Subduktionszonen aufgestiegen sind, also aus Zonen, in denen eine tektonische Platte unter eine andere abgetaucht ist. Nephrit entsteht in geringerer Tiefe, wo heiße Fluide Gestein an den Rändern von Serpentinit oder in dolomitischem Marmor umwandeln. Wie Jade entsteht, erklären wir Schritt für Schritt in unserem Ratgeber zur Entstehung von Jade.

Bei Jadeit müssen mehr Bedingungen zusammenkommen als bei Nephrit. Er kristallisiert unter hohem Druck, aber bei recht niedriger Temperatur, wie es sie tief in einer Subduktionszone gibt, und muss danach im Serpentinit wieder nach oben gelangen, bevor jemand an ihn herankommt. Beide Schritte müssen am selben Ort geschehen; deshalb gibt es Jadeit nur an wenigen Orten und Jadeit in Edelsteinqualität an noch weniger. Die beiden Umgebungen, in denen Nephrit entsteht, sind weit häufiger, und so kommt Nephrit an viel mehr Orten vor.

Jade liegt in keiner bestimmten Tiefe. Ein Teil der wichtigsten Jade wird an oder nahe der Oberfläche aufgelesen, in Blockfeldern und Flussschottern, während die jadeführenden Schotter in Hpakant unter Gesteinsschichten liegen, die die Minen Stufe für Stufe abtragen.

Kann man Jade in Flüssen oder am Strand finden?

Jade lässt sich in Flüssen und an manchen Stränden finden, und mehrere der bekanntesten Vorkommen sind genau von dieser Art. Jade gehört zu den zähesten natürlichen Materialien und ist viel schwerer zu zerbrechen als das Gestein um sie herum. Wenn Gletscher und Flüsse eine Lagerstätte abtragen, zerfällt das schwächere Gestein zu Sand und Kies, während die Jade als Blöcke und Kiesel übrig bleibt; fließendes Wasser reichert sie also an:

  • Myanmar: Der meiste Jadeit aus Hpakant stammt aus Blöcken in alten Flussschottern.
  • Xinjiang: Die begehrten Flusskiesel kommen aus den Flüssen Yurungkash und Karakash.
  • British Columbia: Viele der Nephritblöcke im Norden haben Gletscher dorthin getragen.
  • Neuseeland: Pounamu findet man meist als Blöcke und Kiesel in Flüssen und an den Stränden der Westküste.
  • Kalifornien: In Jade Cove findet man den meisten Nephrit als Kiesel und größere Steine am Ufer und auf dem Meeresgrund.

Wo findet man Jade in den USA?

Jade in den USA ist fast ausschließlich Nephrit. Man findet ihn vor allem in Wyoming, Alaska, Kalifornien und Washington, und der größte Teil geht an Schleifereien und Sammelnde statt in den Schmuckhandel.

Bundesstaat

Wo man sie findet

Was man findet

Wyoming

Zentral-Wyoming, rund um die Granite Mountains

Nephrit, dort in den 1930er-Jahren entdeckt, vieles davon als lose Stücke, die aus dem Gestein herausgewittert sind. Seit 1967 ist Jade der offizielle Edelstein des Bundesstaats.

Alaska

Die abgelegene Region am Kobuk River im Nordwesten

Nephrit; hier liegen die meisten bekannten Vorkommen Alaskas. Seit 1968 ist Jade der offizielle Edelstein des Bundesstaats.

Kalifornien

Jade Cove an der Küste von Big Sur; Clear Creek im San Benito County

In Jade Cove Nephrit in Adern im Serpentingestein, von den Wellen herausgebrochen. Bei Clear Creek etwas Jadeit.

Washington

Rund um Darrington im Nordwesten

Nephrit, dort seit Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt

Das Schwierige daran, selbst Jade zu finden, ist, sie von allem anderen am Boden zu unterscheiden. An jedem dieser Orte liegt viel Serpentin und anderes grünes Gestein, das nass wie Jade aussieht, und Serpentin ist auch in Flüssen und an Stränden der übliche Doppelgänger. Ein glatter grüner Kiesel beweist für sich genommen nichts. Unser Ratgeber zum Erkennen von Rohjade geht die Prüfungen durch, die die Auswahl eingrenzen; Gewissheit bringt nur ein Test.

Woher kommt Jadeit? Ein Blick in die Jademinen von Hpakant

Jadeit kommt vor allem aus Hpakant, einem Bergbaubezirk im Kachin-Staat im Norden Myanmars und dem traditionellen und wichtigsten Vorkommen von Jadeit in Edelsteinqualität. Hpakant liefert jede Qualitätsstufe, vom alltäglichen Handelsmaterial bis zum feinsten Grün, und Guatemala ist inzwischen zum zweitgrößten Produzenten geworden. Mogok, weit im Süden, wird oft damit verwechselt, aber Mogok ist Myanmars Stadt der Rubine und Saphire und kein Jadevorkommen.

Seit 2016 kaufe ich Jadeit-Rohsteine in Hpakant, in sechs der wichtigsten Minen des Bezirks: Old Hpakant, Mowanji, Huika, Muna, Dagudi und Moxisha. Jede liefert Rohsteine mit eigener Rinde und eigenem Charakter, von der glänzend schwarzen Rinde aus Mowanji bis zur weißen, salzartigen aus Muna; Mine für Mine beschreibe ich sie in unserem Ratgeber zu Jadeit und burmesischer Jade. Sehr wenig von diesem Rohmaterial wird aus dem anstehenden Gestein geschnitten. Das meiste wird als Blöcke ausgegraben, die sich vor langer Zeit von ihrem Muttergestein gelöst haben, und das Innere jedes Blocks lässt sich nur durch ein kleines poliertes Fenster oder eine Schnittfläche beurteilen; deshalb ist der Kauf von Rohsteinen immer ein Risiko.

Woher kommt Jade: zwei Jadeit-Rohblöcke aus Hpakant, einer mit der glänzend schwarzen Rinde aus Mowanji, einer mit der weißen Rinde aus Muna

Wie wird Jade in Hpakant abgebaut?

Jade wird in Hpakant im industriellen Maßstab im Tagebau abgebaut. Das Bild, das ich auf meinen Einkaufsreisen zwischen 2016 und 2019 am häufigsten sah, als große lizenzierte Firmen noch weite Teile des Bezirks bearbeiteten, bot sich an der Mine Mowanji. Vom Rand aus sah ich drei Abbaustufen in der Grube, jede mit einem großen Volvo-Bagger, dessen Schaufel zwei erwachsene Männer fassen konnte, und beladene Muldenkipper, die sich auf in den Hang geschnittenen Erdpisten hinauf- und hinunterquälten. In der Trockenzeit liefen die Maschinen rund um die Uhr, und Staub und Dieselgeruch zogen über die ganze Hügelkuppe. Mit dem Bild, das viele vor Augen haben, Männer, die von Hand Stollen graben, hatte das nichts zu tun.

Jademine in Hpakant: Bagger auf den Abbaustufen eines Tagebaus im Norden Myanmars

Die Firmen bohrten und sprengten, um den Abraum zu lockern, und trugen den Boden dann mit Maschinen Schicht für Schicht ab, immer dem jadeführenden Schotter nach unten folgend. Die Regenzeit in Hpakant dauert etwa sechs Monate, und dann sind die Schlammpisten für schwere Lastwagen zu weich; in den trockenen Monaten standen die Maschinen deshalb kaum still. Auf jeder Stufe sortierten eigene Arbeitskräfte alles aus, dessen Rinde nach Jade aussah. Große Stücke mit kräftiger Farbe kauften oft gleich vor Ort die Minenbetreiber oder große Handelshäuser, die an den Minen saßen, und sie kamen nie auf den freien Markt.

In Mowanji kippte die Mine jeden Nachmittag gegen vier Uhr etwa eine halbe Stunde lang ihren Abraum ab, und die Abraumhalde wurde zum belebtesten Ort im ganzen Bezirk. Menschen, die auf eigene Rechnung nach Jade suchten, vor Ort Yemase genannt, warteten am Fuß des Hangs und kletterten ins Gestein, während es herabrutschte, um den Schutt von Hand nach kleinen Stücken und Farbsplittern zu durchsuchen, die die Firma übersehen hatte. Viele trugen billige Stirnlampen und hockten stundenlang im Geröll. Ihre Hände waren voller kleiner Schnitte, und manche banden sich alte Schwämme gegen herabfallende Steine um die Schienbeine. Bei meinen letzten Reisen sortierten die Firmen viel gründlicher als früher, sodass meist nur kleine Abschnitte übrig blieben und schon ein ganzes kleines Stück ein Glücksfund war. Für viele Menschen aus den Dörfern ringsum war es trotzdem die wichtigste Einkommensquelle.

Jadeabbau in Hpakant: Menschen, die auf eigene Rechnung den Abraum einer Mine von Hand durchsuchen

Wie roher Jadeit von der Mine auf den Markt kommt

Roher Jadeit geht auf dem Weg von der Grube zum Juwelier durch mehrere Hände. Diese Wege kenne ich vom Einkaufen:

  1. An der Mine wird das beste Material zurückbehalten; gewöhnliches Rohmaterial wird auf Lastwagen geladen und abtransportiert.
  2. Nach meiner Erfahrung geht das meiste gewöhnliche Rohmaterial auf der Straße nach Mandalay, Myanmars größtem Markt für Rohjade, wo kleine Handelsleute und Vermittler jeden Tag handeln. Ein Teil geht nach Osten Richtung Myitkyina und zur chinesischen Grenze.
  3. Von dort wird das Rohmaterial entweder zum Schneiden nach China gebracht oder vor Ort zu Stücken mit Fenster oder aufgesägten Stücken verarbeitet und weiterverkauft; meist wechselt es mehrmals den Besitzer, bevor es im Einzelhandel landet.

Was aus einem Block am Ende wird, hängt davon ab, was das Aufschneiden zeigt. Ein Block, dessen Farbe über einen großen Bereich rein und gleichmäßig ist, kann Armreifen ergeben; einer, bei dem die gute Farbe nur stellenweise sitzt, wird zu Cabochons für einen Jadeit-Ring und zu kleinen Schnitzereien.

Wo kommt Jadeit sonst noch vor?

Jadeit kommt auch in Guatemala, Japan, Russland, Kasachstan und Kalifornien vor, aber nur Guatemala beliefert den Schmuckhandel kontinuierlich. Guatemaltekischer Jadeit stammt aus dem Tal des Motagua, aus derselben Gegend, aus der schon die Olmeken und Maya ihre Jade holten. Ich habe selbst guatemaltekischen Jadeit gekauft und bewahre ein paar Stücke als Muster auf: Neben burmesischem Material ähnlicher Qualität haben die guatemaltekischen Stücke, die ich gekauft habe, meist einen graueren oder bläulicheren Grund, ein Unterschied, der im direkten Vergleich viel leichter zu sehen ist als an einem einzelnen Stein. Japans Jadeit kommt aus der Gegend um Itoigawa in der Präfektur Niigata; japanische Fachleute für Mineralogie haben ihn 2016 zum Nationalstein des Landes gekürt. Russland hat Jadeit im Polarural, vieles davon in Dekorqualität. In der Geologie ist Jadeitgestein an noch mehr Orten belegt, darunter Kuba, die Dominikanische Republik, Italien, Griechenland, Iran und Papua-Neuguinea.

Woher kommt Nephrit?

Nephrit kommt vor allem aus British Columbia, Sibirien und dem Nordwesten Chinas, dazu aus kleineren Vorkommen von Neuseeland bis Südaustralien. Bei Nephrit sagt die Gesteinsart, in der er gewachsen ist, mehr über seine Farbe aus als das Land, denn er entsteht in zwei Umgebungen:

 

Serpentinit-Typ

Marmor-Typ

Wie er entsteht

An den Rändern von Serpentinit, einem eisenhaltigen Gestein

Wo heiße Fluide dolomitischen Marmor umwandeln, ein Gestein mit sehr wenig Eisen

Übliche Farbe

Grün, oft mit kleinen schwarzen Punkten

Weiß, Creme oder blass

Wichtigste Vorkommen

British Columbia, der Östliche Sajan in Sibirien, Neuseeland und ein Teil von Xinjiang

Xinjiang, Qinghai, das Witim-Gebiet in Sibirien und Chuncheon in Südkorea

Wo weiße und grüne Jade vorkommen: weißer Nephrit aus Xinjiang neben spinatgrünem Nephrit aus zwei Lagerstättentypen

Das Gestein gibt die Farbe oft genug vor, um als Faustregel zu taugen, aber nicht als Test. Cowell in Südaustralien ist eine Lagerstätte vom Marmor-Typ, und doch reicht sein Nephrit von Grün bis Schwarz; Sibirien steht in beiden Spalten, weil es beide Arten von Lagerstätten hat. Farben, Qualitäten und Bedeutung behandelt unser Ratgeber zu Nephrit-Jade.

Nephrit wird anders abgebaut als Jadeit. Im Norden von British Columbia haben Nephritproduzenten beschrieben, wie sie Blöcke und Aufschlüsse mit großen Diamantsägen zerteilen, statt sie zu sprengen, weil Sprengungen den Stein reißen lassen können. In Xinjiang wird Nephrit aus dem Gebirge an Orten wie Qiemo und Yutian aus Lagerstätten gebrochen, während Flusskiesel aus Flussbetten und alten Flussläufen gegraben werden.

Wo kommt Jade in Kanada vor?

Kanadische Jade ist Nephrit, und fast alles davon kommt aus British Columbia, dazu kleinere Funde im Yukon. BC-Jade ist spinatgrüner Nephrit und wird im chinesischen Handel als kanadisches Grün (加碧) verkauft. Wie die meisten grünen Nephrite hat sie oft kleine schwarze Punkte, und wie viele Punkte ein Stück zeigt, ist eines der Ersten, worauf man beim Kauf in China schaut.

Kanadische Jade: ein Stück spinatgrüner Nephrit aus British Columbia mit kleinen schwarzen Punkten

Wann

Was geschah

1950er- und 1960er-Jahre

Die Jadeindustrie in British Columbia beginnt im Süden, rund um Lillooet

In den folgenden Jahrzehnten

Der Abbau zieht nach Norden, an den Dease Lake, den Cry Lake und nach Cassiar sowie zu den Minen Kutcho, Polar und Ogden im Norden und im nördlichen Zentrum der Provinz

1968

British Columbia macht Jade zu seinem offiziellen Mineralsymbol

10. Mai 2024

Eine Verordnung der Provinz stoppt den Jadeabbau auf neu vergebenen Abbaurechten in einem festgelegten Gebiet im Nordwesten

1. April 2030

Auf bestehenden Abbaurechten in diesem Gebiet muss der Jadeabbau enden

Wird in British Columbia noch Jade abgebaut?

In British Columbia wird weiterhin Jade abgebaut. Die Verordnung von 2024 gilt nur für das festgelegte Gebiet im Nordwesten, das in der Tabelle steht; der Jadeabbau im Rest der Provinz ist davon nicht betroffen.

Wo kommt Jade in China vor?

Chinas Jade ist Nephrit, und der meiste kommt aus Xinjiang: Dort wird das feinste weiße Material in der Region Hetian und im Kreis Qiemo abgebaut, und Flusskiesel werden aus den Flüssen unterhalb der Lagerstätten geborgen. Qinghai im Kunlun-Gebirge hat große Vorkommen desselben weißen Nephrits vom Marmor-Typ, und kleinere Lagerstätten werden in Liaoning, Guangxi und Guizhou abgebaut. Der meiste weiße Nephrit aus Xinjiang wird zu Armreifen, Kugeln und Schnitzereien verarbeitet oder hängt als Anhänger an einer Jade-Kette.

Jade in China: ein Nephrit-Flusskiesel aus Xinjiang mit natürlicher Rinde neben einem Stück Bergmaterial

Zwei Unterscheidungen im chinesischen Handel sind für den Kauf wichtig:

  • Flusskiesel oder Bergmaterial. Flusskiesel, im Handel Zi Liao genannt (籽料, „Samenmaterial“), wurden lange in den Flüssen unterhalb der Lagerstätten gerollt und tragen eine natürliche Rinde. Im Handel wird für sie ein Aufpreis gezahlt gegenüber Shan Liao (山料), Bergmaterial, das aus dem Fels gebrochen wird, und wegen dieses Aufpreises wird gerolltes und gefärbtes Bergmaterial manchmal als Flusskiesel ausgegeben.
  • Der Name auf dem Zertifikat. Ein chinesisches Zertifikat, auf dem 和田玉 steht, also Hetian-Jade, benennt das Material, Nephrit, nicht den Ort. Nach der chinesischen Landesnorm ist auch Nephrit aus Qinghai, Russland oder Südkorea Hetian-Jade.

In China heißen auch einige andere Steine Jade, etwa der Serpentin aus Xiuyan in Liaoning und die aus mehreren Mineralen bestehende Dushan-Jade aus Henan. Diese Steine und die Farbvarianten von Hetian-Nephrit ordnet unser Ratgeber zu den chinesischen Jadearten ein.

Gibt es Jade nur in China?

Jade gibt es nicht nur in China. China hat große Nephritvorkommen, aber keinen Jadeit in abbauwürdiger Menge, und Nephrit wird auf der ganzen Welt abgebaut, von Kanada und Russland bis Neuseeland und Australien. Guatemaltekischer Jadeit kommt seit etwa 2000 in kleinen Mengen auf chinesische Märkte, in den letzten Jahren auch in mehr Varianten.

Was ist das größte Stück Jade, das je gefunden wurde?

Das größte verzeichnete Stück Jade ist eine Nephritlinse von 577 Tonnen, die im Juli 1992 im kanadischen Yukon-Territorium gefunden wurde; Guinness World Records führt sie. Eine Linse ist ein linsenförmiger Jadekörper, der noch im umgebenden Gestein steckt, kein loser Block. Riesenfunde gibt es auch anderswo. 2016 wurde in Hpakant ein Jadeitblock freigelegt, dessen Gewicht auf etwa 170 bis 210 Tonnen geschätzt wurde. Chinas berühmter „Jadekönig“ aus Xiuyan in Liaoning, in Anshan zu einem riesigen Buddha geschnitzt, ist größtenteils Serpentin: Jade im chinesischen Sinn, aber weder Nephrit noch Jadeit.

Für den Kauf sagt ein riesiger Block wenig über den Wert aus. Entscheidend ist, wie viel reines, durchscheinendes, gleichmäßig gefärbtes Material sich daraus schneiden lässt, und ein sehr großer Block enthält meist so viele Risse, Farbwechsel und grobe Stellen, dass das meiste davon zu Schnitzereien oder Schausteinen statt zu Schmuck wird. Bei gleicher Qualität wirkt die Größe dagegen umgekehrt: Ein feiner grüner Jade-Armreif ist viel mehr wert als ein kleiner Cabochon im selben Grün, weil der Armreif aus einem reinen Block kommen muss, der um ein Vielfaches größer ist. Wie Farbe, Transluzenz und Größe den Preis bestimmen, erklärt unser Preisratgeber für Jade.

Wo wurde Jade zuerst gefunden?

Jade wurde in mehreren Teilen der Welt unabhängig voneinander zuerst bearbeitet, jedes Mal aus einem örtlichen Vorkommen, und die älteste bekannte Tradition ist die chinesische: Jadeobjekte aus Xiaonanshan in Heilongjiang im Nordosten Chinas sind etwa 9.000 Jahre alt. Was China später aus Jade machte, von Ritualscheiben bis zu Totengewändern, ist das Thema unseres Ratgebers zu Jade in der chinesischen Kultur und Geschichte.

Wo

Vor wie langer Zeit

Was die Menschen herstellten

Xiaonanshan, Heilongjiang, China

Vor etwa 9.000 Jahren

Schlitzringe, Ringe, Kugeln, Röhren, Scheiben und Beile

Monte Viso und Monte Beigua, Norditalien

Vor mehr als 6.000 Jahren

Geschliffene Beile aus alpiner Jade, die bis nach Schottland gelangten und dort als Zeremonialobjekte geschätzt wurden

Itoigawa, Japan

Vor etwa 5.500 Jahren, in der Jōmon-Zeit

Kugeln und Beilklingen aus örtlichem Jadeit

Tal des Motagua, Guatemala

Vor mehr als 3.000 Jahren, zuerst bei den Olmeken, dann bei den Maya

Schnitzereien und Schmuck aus guatemaltekischem Jadeit

Neuseeland

Jahrhunderte vor der Ankunft der Europäer

Dechsel, Waffen und Anhänger aus Pounamu

Aus denselben physikalischen Gründen eignete sich Jade für all diese Kulturen. Ohne Metallwerkzeuge kostete es enorme Arbeit, sie zu schleifen und zu polieren, und einmal fertig, hielt sie über Generationen; das machte sie zur naheliegenden Wahl für Gegenstände, die man aufbewahren, tauschen oder den Toten mit ins Grab geben wollte.

Gibt es Jade in Großbritannien, Indien, Mexiko, Indonesien oder Thailand?

Keines dieser Länder liefert Jade an den internationalen Schmuckhandel. Großbritannien, Indien und Mexiko haben keine abbauwürdigen Jadevorkommen, Thailand ist für keine bekannt, und der bekannteste einheimische Stein Indonesiens ist nur zum Teil Jade.

Land

Kommt dort Jade vor?

Was unter dem Namen verkauft wird

Großbritannien

Keine Jade in Edelsteinqualität. Die jungsteinzeitlichen Jadebeile, die in Großbritannien gefunden wurden, bestehen aus Gestein, das in den italienischen Alpen gebrochen wurde; Museumsstudien haben britische und schottische Funde dorthin zurückverfolgt.

Kein einheimischer Stein im Handel

Indien

Kein bekanntes abbauwürdiges Vorkommen. Die Jade, die in den Werkstätten der Mogulzeit bearbeitet wurde, war importierter Nephrit, der in der Regel nach Zentralasien zurückverfolgt wird.

„Indische Jade“ ist grüner Aventurin, ein Quarz

Mexiko

Kein bestätigtes Jadeitvorkommen, auch wenn die Archäologie mögliche Quellen im Hochland von Chiapas noch untersucht. Der Jadeit des alten Mesoamerika stammte vor allem aus Guatemala.

„Mexikanische Jade“ ist meist gefärbter Calcit

Indonesien

In der Provinz Aceh wird ein Stein gewonnen, der vor Ort als Giok Aceh verkauft wird.

Eine Mischung: einiges ist Jadeit oder Nephrit, einiges Serpentin oder Vesuvian

Thailand, Kambodscha und Laos

Nicht als Jadequellen für den Schmuckhandel bekannt

Keine einheimische Jade im Handel

Kann man erkennen, woher ein Stück Jade stammt?

Woher ein Stück Jade stammt, kann man ihm nicht ansehen, und ein übliches Prüfzertifikat sagt es auch nicht. Prüfzertifikate nennen das Material und eine eventuelle Behandlung. Die Herkunft lässt sich nur mit einer eigenen, spezialisierten Untersuchung bestimmen, die nur wenige Labore und nur für bestimmten Jadeit anbieten, und der meiste Jadeit auf dem Markt ist nie so untersucht worden. Wer behauptet, die Herkunft auf einem Foto zu erkennen, rät. In unserem Artikel darüber, warum Tests zu Hause nicht ausreichen, erklären wir, was ein Labor bestätigen kann und was nicht.

Bei den meisten Stücken beruht die Herkunft auf dem, was beim Verkauf angegeben wird. Wenn uns Kundinnen und Kunden in den USA danach fragen, kommt die Frage meist in einer von vier Formen, hier nach der Häufigkeit, mit der ich sie höre:

  1. „Ist das Jadeit aus Burma?“ Das ist die häufigste. Die meisten Kundinnen und Kunden in den USA, mit denen ich spreche, sagen immer noch den englischen Namen „Burma“ statt „Myanmar“.
  2. „Ist das burmesischer oder guatemaltekischer Jadeit?“ Diese Frage stellt, wer sich schon eingelesen hat, aus Sorge, dass das eine als das andere verkauft wird.
  3. „Ist belegt, dass das aus Myanmar stammt?“ Diese Frage kommt von Kundschaft, der Rückverfolgbarkeit wichtig ist und die einen Nachweis möchte.
  4. „Ist das aus Hpakant?“ Ein paar erfahrene Käuferinnen und Käufer fragen direkt nach dem Bergbaubezirk.

Ich bin Hong, der Gründer von BMjade, und meine Antwort ist jedes Mal dieselbe. Unser gesamter Jadeit ist natürlicher burmesischer Jadeit. Guatemaltekischen Jadeit verkaufen wir nicht; ein paar guatemaltekische Stücke bewahre ich nur auf, um Kundinnen und Kunden zu zeigen, wie sich die beiden Materialien unterscheiden. Unser Nephrit ist Material aus Xinjiang, das wir über darauf spezialisierte Lieferanten beziehen. Jedes Stück, das wir verkaufen, wird mit einem NGTC-Prüfzertifikat geliefert, und bei Jadeit, vom Armreif bis zu einem Paar Jade-Ohrstecker, bestätigt das Zertifikat natürlichen Jadeit ohne Bleichen, Polymer-Imprägnierung oder Färben. „Burmesisch“ und „Xinjiang“ sind unsere eigenen Angaben: „Burmesisch“ beruht auf Rohsteinen, die ich selbst in Hpakant kaufe, und „Xinjiang“ auf dem, was unsere Lieferanten uns über die Herkunft ihres Materials sagen. Keine der beiden Angaben ist ein Laborbefund.

Quellen

Unsere Kollektionen

Echte Jade-Armreifen und -Armbänder
Echte Jade-Armbänder und Jadeit-Armreifen

Echte Jade-Armreifen und -Armbänder

Natürliche Jade-Ohrringe und -Ohrstecker
Echte Jade-Ohrringe und Jadeit-Ohrstecker in 925er Silber und vergoldetem 925er Silber

Natürliche Jade-Ohrringe und -Ohrstecker

Natürlicher Jadeschmuck
Kugelarmband aus weißem Nephrit

Natürlicher Jadeschmuck

Natürliche Jade-Ketten und -Anhänger
Echte Jade-Ketten und Jadeit-Anhänger

Natürliche Jade-Ketten und -Anhänger

Natürliche Jade-Ringe
Echte Jade-Ringe und verstellbare Jadeit-Ringe

Natürliche Jade-Ringe